PROPHET 3.0

Nach "Der Fanatismus oder Mohammed" von Voltaire.
Konzept/Regie: Andrej Togni

Mohammed steht vor den Toren Mekkas. Er will die Stadt, die ihn vor ein paar Jahren mit Schimpf und Schande vertrieben hat, einnehmen und zur neuen monotheistischen Religion bekehren. Dazu ist ihm jedes Mittel Recht; er manipuliert alle, die ihm in die Finger kommen und stiftet seinen Ziehsohn zu einem Mord an.

Eine Schauspielerin und zwei Schauspieler spielen den Klassiker von Voltaire. Eigentlich braucht es ja dafür mehr Personal, aber ein paar der Mitwirkenden haben kalte Füsse bekommen. Die drei, die geblieben sind, ziehen mit grossem Engagement alle Register ihres Könnens.

Den Islam hat Voltaire im 18. Jahrhundert nur deshalb als Exempel gewählt, weil er dachte, er könne der strengen Zensur ein Schnippchen schlagen. Wie er später zugab, hatte er eigentlich die katholische Kirche im Visier gehabt. Voltaires Steilvorlage für Islam-Bashing entpuppt sich als leidenschaftliche Abrechnung - nicht nur mit allen monotheistischen Religionen, sondern mit Ideologien jeglicher Couleur.

In unserer Fassung treten die Schauspieler immer wieder aus dem historischen Text und stellen mit persönlichen Erlebnissen und Bemerkungen den Bezug zur Aktualität her.